Leaving on a Jetplane

Rückflug nach Wien

Keflavik Airport unterscheidet sich deutlich von jeglichen anderen mir bekannten europäischen Flughäfen. Das liegt zum einen an den nicht ganz so peniblen Sicherheitskotrollen, zum anderen sieht man hier anstatt der üblichen in Hemd und Krawatte rumstolzierenden Geschäfts- und Möchtegerngeschäftsleuten großteils Menschen in Outdoorbekleidung rumwandern. Fühle mich sogar etwas overdressed mit meinen Röhrenjeans, Adidas-Sneakers und dem bunten Pullover (sogar Unikat) einer befreundeten Modedesignerin aus Leipzig. Die restliche Meute um mich herum trägt abgetragene Wanderschuhe, Karohemden, Islandpullis und wetterfeste Hosen.

Der Flug nach Berlin (Zwischenstation in meiner ehemaligen Heimatstadt) startet eine halbe Stunde später als angekündigt. Langsam werden Leute unruhig, murmeln irgendetwas von Anschlussflügen und beginnen im Minutentakt nervös auf die Uhr zu schauen. Ich besitze weder Uhr noch Uhrzeit (da mir ja mein Handy geklaut wurde), schätze jedoch die bereits verstrichene Zeit, beginne zu rechnen und werde ebenfalls unruhig.

Weiterlesen

Bad Hangover Swim

Hangover Swim

10:15 „Bernhard, you’ve got 30 minutes until we have to leave!“

Tryggvi!?! Oh nein, was hab ich gestern bloß zugesagt? Kollektives Schwimmen in einem nahegelegenem Freibad inklusive Hot Spring. Das Melodica-Chillout-Programm. Um 11 Uhr vormittags!  Ich murmel irgendwas von „I only need 10 minutes to get ready“ dreh mich auf die andere Seite und döse weiter vor mich hin.

Tryygvi und Niels machen Frühstück, und der Geruch von frisch gemachten Kaffee bringt mich schlußendlich auf die Beine. Schnell gegessen, fertig gemacht und dann laufen wir bei strömenden Regen los. Meine Adidas-Sneakers können dem Wasser nicht mehr standhalten, meine Socken werden nass und ich laufe fluchend den beiden hinterher. Was für eine blöde Idee – schwimmen bei strömenden Regen und 10 Grad Außentemperatur!

Weiterlesen

Reykjavik Culture Night

Later that night findet die zweite Melodica-Nacht im Café Rosenberg statt. Die meisten der auftretenden Acts kann ich ja bereits als „Friends“ bezeichnen, was mich auch gleichzeitig – aufgrund meines Rückfluges am nächsten Tag – etwas traurig stimmt.

Am Weg dahin kommen mir tausende Menschen entgegen, die ausgelassen den Culture Day feiern. Es gibt auch diverse Open Air Bühnen, vor denen sich Menschenmassen versammelt haben um den Konzerten zu lauschen – scheint ja eine ernstzunehmende Konkurrenzveranstaltung zu sein.

Weiterlesen

The Folk goes on

Melodica Festival Reykjavik Newspaper

„Du… du hast mich… du hast mich gefragt…“  ähmm, hallo Nachbarn – alles okay bei euch?

Hellhörig ist äußerst untertrieben was Tryggvi’s Wohnung betrifft. Könnte jedes Wort mitsingen, bin allerdings kein Rammstein-Fan, abgesehen davon dass meine Stimme noch nicht imstande ist, irgendwelche Laute von sich zu geben. Kluger Kopf hat allerdings immer seine Ohrenstöpsel neben sich liegen, schnellstens diese in den klugen Kopf gestopft… Rammstein sind gedämpft. Weiterschlafen.

Weiterlesen

Rosenberg und die österreichische Rampensau

Bernhard-Eder-on-stage-Cafe-Rosenberg

Lucy eröffnet dann auch den Abend, verzaubert und überzieht gleich mal gewaltig. Nicht dass sie zu viele Songs gespielt hätte, es waren die sehr ausschweifenden aber auch unterhaltsamen Ansagen. Im Grunde kein Problem, würde da nicht unmittelbar neben der Bühne ein Musiker auf Nadeln sitzen. Dann jedoch schneller Wechsel, kurzer Soundcheck mit kleinen technischen Problemen (Sophia findet im Stress keine Steckdose für ihre Effekte, bis man uns darauf aufmerksam macht dass sich welche direkt hinter uns befinden) und dann lege ich erstmal alleine los.

Weiterlesen

Melodica United

The fabulous Melodica Choir

Der große Tag beginnt wie die davor: regnerisch und trüb.

Über Nacht habe ich Gesellschaft von Niels, einem Berliner Singer/Songwriter, bekommen. Bei einem gemeinsamen Bier unterhielten wir uns noch etwas auf Tryggvi’s Terrasse. Niels ist der absolute Gegenpol zu meinem Musikermodell – verdient sich seinen Lebensunterhalt (so gut geht) als Straßenmusiker, schreibt deutsche Texte und hat bislang auch noch keinen Tonträger veröffentlicht. Auf das Melodica Festival ist er eher zufällig gestossen. Niels verschwendet ja kaum Zeit für Booking, sondern fährt tagtäglich von einem Platz zum anderen, spielt seine Songs (oder auch die von anderen) und manchmal nutzt er auch die Wegstrecke um in U- und S-Bahnen für sein täglich Brot zu spielen. Könnt’ ich niemals, hätte aber auch keinerlei Lust dazu.

Weiterlesen

12 Tonar Records

Keine Besserung der Wetterlage, meine Sickness hat sich auch nicht verabschiedet. Selber Schuld! Erstmal Schädlingsbekämpfung mit einer heißen Dusche… kein Warmwasser! Mehrmals den Warmwassertrick von Tryggvi versucht – kein Erfolg. Tryggvis Trick tickt heut nit. Gereinigt wird der menschliche Körper trotz allem, äußerlich zumindest.

Nach dem gestrigen Tagebucheintrag (also dem Protokollieren des gestrigen Tages, auch das gehört erledigt) mache ich mich auf den Weg zum 12 Tonar Recordstore (dem besten und berühmtesten Musikladen Islands – und nein, es ist bei weitem nicht der einzige) wo heute der zweite Teil eines Melodica-Specials stattfindet (danke liebes copy/paste!).

Weiterlesen

Hoamatland, Hoamatland

Bernhard-Eder-Rainy-Reykjavik-Morning

Regen. Nein, REGEN. Nein, R E G E N. Guter Grund um mal etwas zuhause zu bleiben und die seit gestern vorhandene Verkühlung auszukurieren.

Nach zwei Litern Ingwertee mache ich mich auf den Weg zum 12 Tonar Recordstore (dem besten und berühmtesten Musikladen Islands – und nein, es ist bei weitem nicht der einzige) wo heute der erste Teil eines Melodica-Specials stattfindet – mit den mir bereits bekannten Menschen: HONIG aus Düsseldorf, Mez Medaillion und PHIA (beide aus Australien, derzeit allerdings in Berlin lebend).

Weiterlesen

Saddest Song Ever

Down by the Seaside of Reykjavik

Morgens vom Kindergeschrei im Garten des anliegenden Kindergartens geweckt. Gibt Schlimmeres. Mit dem Öffnen der Augen auch das sonnendurchflutete Zimmer entdeckt – Sonne? Sonne!  Svavar Knutur (isländischer Musiker und Organisator von Melodica Reykjavik) erklärte unlängst, dass in Island die Sonne zwar aufgehen, aber nur den kleinen Finger ausstrecken würde (grob übersetzt jetzt mal). Ein sonniger Tag wie heute sollte also schon etwas sehr Besonderes sein.

Also raus, runter zum Wasser. Laufe fast den gesamten Nachmittag der Küste entlang, schieße wiederum unzählige Fotos, sauge das Flair des Hafens auf und gönne mir ein kurzes Sonnenbad hinter dem Viking Maritime Museum.

Weiterlesen

Supersunnyspeedgraphic

Guten Morgen Reykjavik!

Noch etwas angeschlagen von der nordwestlichen Tour… Wetter so lala heut… Regen-Sonne-Regen-Sonne, manchmal beides gemeinsam. Also erstmal Fotos importieren, Mails checken, Tryggvi’s CD-Sammlung durchstöbern… Ben Folds’ „supersunnyspeedgraphic“ – passt ja irgendwie.

Weiterlesen