Saddest Song Ever

Down by the Seaside of Reykjavik

Morgens vom Kindergeschrei im Garten des anliegenden Kindergartens geweckt. Gibt Schlimmeres. Mit dem Öffnen der Augen auch das sonnendurchflutete Zimmer entdeckt – Sonne? Sonne!  Svavar Knutur (isländischer Musiker und Organisator von Melodica Reykjavik) erklärte unlängst, dass in Island die Sonne zwar aufgehen, aber nur den kleinen Finger ausstrecken würde (grob übersetzt jetzt mal). Ein sonniger Tag wie heute sollte also schon etwas sehr Besonderes sein.

Also raus, runter zum Wasser. Laufe fast den gesamten Nachmittag der Küste entlang, schieße wiederum unzählige Fotos, sauge das Flair des Hafens auf und gönne mir ein kurzes Sonnenbad hinter dem Viking Maritime Museum.

Reykjavik Hafen

Anschließend rein in die Stadt – durch die „Mainstreet“ schlendern und Postkarten besorgen. Mein Körper meldet Koffeindefizit, also mache ich mich auf die Suche nach einem schönen sonnigen Platz, wo ich Kaffee trinken und die Karten schreiben kann. Gleich gegenüber dem 12 Tonar Recordstore (mehr dazu später, oder zumindest spätestens morgen) werde ich fündig – auf einer sonnendurchfluteten Terrasse im ersten Stock kann man besten Kaffee genießen. Sogar mit Sojamilch! Jetzt schon mein Lieblingsladen der Stadt. Schreibe meine Postkarten und verbringe die restliche Zeit lesend, bis die Sonne hinter dem anliegendem Häuschen verschwindet.

Um 19:00 eine Probe mit Dave und Michael vereinbart – sie werden mich beim morgigen Melancholica Festival unterstützen, musikalisch. Während der Probe – besser gesagt beim Rumblödeln – entsteht zwischendurch mal spontan ein neues Stück, das ich passenderweise „The Saddest Song Ever“ nenne. Dieser besteht aus dem äußerst traurig klingenden A 7+ Minor Akkord, den ich alle zwei Takte um einen Halbton nach oben verschiebe. Über diesen dramatischen Background heule und wimmere ich – das ist alles. Trauriger geht’s wohl kaum. Wir beschließen auch ganz spontan ein Video davon zu drehen.

Dave wird nach zwei gescheiterten Anläufen mal vorübergehend ins Bad geschickt, damit sein Lachen nicht die Aufnahmen und vor allem nicht den agierenden Künstler stört. Fünf Minuten später ist’s auch bereits im Kasten und weitere fünf Minuten später auch schon im weltweiten Web auf youtube zu finden: Saddest Song Ever – well done.

 

Das abendliche Ausklingen findet schlussendlich wieder in der Marina Hotelbar statt, die heutige Empfehlung das Tages ist ein Bier mit 10% Alkoholgehalt. Geschmacklich nicht so unser Ding, dafür eine äußert günstige Art wegzugehen und trotzdem zumindest etwas angeheitert (und vor allem müüüüde) nach Hause zu kommen. Eineinhalb Stunden für ein 0,33 Glas – eine Schande für einen Österreicher. Das Bier aber auch eine Schande, never ever.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s