Hoamatland, Hoamatland

Bernhard-Eder-Rainy-Reykjavik-Morning

Regen. Nein, REGEN. Nein, R E G E N. Guter Grund um mal etwas zuhause zu bleiben und die seit gestern vorhandene Verkühlung auszukurieren.

Nach zwei Litern Ingwertee mache ich mich auf den Weg zum 12 Tonar Recordstore (dem besten und berühmtesten Musikladen Islands – und nein, es ist bei weitem nicht der einzige) wo heute der erste Teil eines Melodica-Specials stattfindet – mit den mir bereits bekannten Menschen: HONIG aus Düsseldorf, Mez Medaillion und PHIA (beide aus Australien, derzeit allerdings in Berlin lebend).


Bin leider etwas zu spät, komme aber gerade noch rechtzeitig zu HONIG’s Set, wo er mit rotem Kopf beweist, dass Mikrofone eine sinnlose Erfindung sind. Zumindest bei Läden dieser Größe.
Nach den Konzerten gibt es eine kollektive Wanderung zum anliegenden Noodle Laden – vegetarische Suppe für unter 1000 Kronen, fast geschenkt. Draußen ist es weiterhin kalt und regnerisch, was alle dazu verleitet, die würzig-scharfe Frage des Suppenmannes mit JA zu beantworten. Was zur Folge hat, dass der nicht gerade geräumige Noodle-Laden vollgestopft ist mit schwitzenden Musikern, die hin und wieder nach Luft schnappen und deren aller Köpfe nun in etwa so rot sind als der des Kollegen HONIG kurz davor.

Melodica Festival Poster

Etwas später beginnt im Club Bravo ein als Melancholica Festival getarnter Konzertmarathon, dessen Konzept es ist, den auftretenden Musiker ihre traurigste Eigenkomposition als auch ihr liebstes traurigstes Lied im Zuge einer Coverversion vortragen zu lassen.
Trotz dem kongenialen (und extra für dieses Festival geschriebenen) „Saddest Song Ever“ entscheide ich mich dann doch für einen Song aus meinem Nach-Trennungs-Kaffeealbum. Die Liveperformance des traurigsten aller traurigen Songs ist noch nicht so wirklich ausgereift, die hohen Erwartungen hätte ich wahrscheinlichst nicht erfüllen können.
In der Rubrik mein traurigstes Liebingslied entscheide ich mich für „Leaving“ von den Pet Shop Boys, mit Hilfe zweier sehr netten Menschen aus down under – meinen Trink- und Musikerfreunden (mittlerweile kann man das Trink- schon an erste Stelle geben) Michael und David.

Die Ankündigung als „Bernhard Eder from Austria“ hat zur Folge, dass sich alle aus Österreich kommenden Menschen bei mir anschließend outen, in diesem Falle zudem auch noch Oberösterreicher, also richtige Landsleute. Und so komme ich in den Genuss, mich nach einer knappen Woche endlich wieder in meiner Landessprache unterhalten zu können. Hoamatland, Hoamatland.

Über die Aftershowparty möchte ich nicht näher berichten, außer dass viel isländisches Bier in den Bäuchen erschöpfter Musiker landete und auch hin und wieder eine Runde kleiner, durchsichtiger Drinks mit einer Schale Zitrone als Beilage. Gesalzen.

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