12 Tonar Records

Keine Besserung der Wetterlage, meine Sickness hat sich auch nicht verabschiedet. Selber Schuld! Erstmal Schädlingsbekämpfung mit einer heißen Dusche… kein Warmwasser! Mehrmals den Warmwassertrick von Tryggvi versucht – kein Erfolg. Tryggvis Trick tickt heut nit. Gereinigt wird der menschliche Körper trotz allem, äußerlich zumindest.

Nach dem gestrigen Tagebucheintrag (also dem Protokollieren des gestrigen Tages, auch das gehört erledigt) mache ich mich auf den Weg zum 12 Tonar Recordstore (dem besten und berühmtesten Musikladen Islands – und nein, es ist bei weitem nicht der einzige) wo heute der zweite Teil eines Melodica-Specials stattfindet (danke liebes copy/paste!).

Am Programm stehen meine liebgewonnenen down under’s „Cavanagh & Argus“, die ebenfalls aus Australien stammende Lucy Hall und ich.
Lucy begrüßt mich auch gleich mal mit „Hey Bernhard, how you’re doing? Remember me? We met at the Melodica Festival in Hamburg a few Years ago“. Schlechtes Erinnerungsvermögen meinerseits. Das Gesicht kommt mir irgendwie noch bekannt vor, alles andere wurde aus meinem System gelöscht. Peinliche Situation eigentlich, die ich jedoch souverän mit „Yeah, of course Lucy! How are you doing?“ meistere. „I’m fine, thanks“. Well done.

Kurz noch die Reihenfolge abgesprochen – Lucy würde gerne in der Mitte spielen, die musikalische Straßenfusion aus Melbourne gerne beginnen. Also gut, ich zuletzt. Wieso auch nicht. Nach und nach füllt sich der Laden und es wird auch pünktlich begonnen. Meine beiden quasi Supportacts überzeugen und begeistern. Ich geb mein Bestes und mache somit auch die Leute glücklich, sogar so glücklich dass welche nach dem Konzert um meine CDs fragen und auch noch welche kaufen. Zwei Exemplare davon gehen allerdings an eine aus Österreich stammende Frau, die sich nicht für eine entscheiden kann und deshalb beide nimmt. Gute Entscheidung, bin ab sofort ausschließlich für entscheidungsschwache Menschen.

Bernhard Eder at 12 Tonar Records

Unmittelbar danach bewegen wir uns ins „Bravo“, selbige Location wo gestern das Melancholica Festival stattfand und wir nach Sperrstunde vom Kellner dezentest gebeten wurden, unsere Aftershowparty doch bitte zu verlagern (was wir auch taten, und wiederum im Marina landeten. Wahrscheinlich weil dies der einzige, uns bekannte Ort war, der länger offen hatte).

Heute steht ein Melodica-Warmup am Programm, mit Künstlern aus Norwegen, England und natürlich… Australien. Überhaupt scheint das gesamte Festival dominiert zu sein von Musikern, die sich scheinbar an den weit enferntesten – nein, falsch – möglichst weit entfernten… auch nicht das was ich suche… an den möglichst weitest entferntesten Ort ihrer Heimat wünschen.

Nach dem zweiten Act bemerke und fühle ich eine Art „Folk-Overload“ in mir – und das obwohl das reguläre Festival noch nicht mal begonnen hat. Eine Einmann-plus-Loopstation-Band namens „Cajita“ lässt mich allerdings kurz darauf aufhorchen… geht ja noch, alles eine Frage der Qualität. Zwei Songs später hat der auf der Bühne wie wild agierende und gegen quatschende, an der Bar stehende Leute ankämpfende Musiker einen Fan mehr, mindestens.

Bravo, Reykjavik

Anschließend wird noch gemeinsam ins Cafe Rosenberg gewandert, wo der letzte Abend der einwöchigen Reykjavik Jazzweek stattfindet. Eine für mich notwendige und willkommene musikalische Abwechslung, als ehemaliger Jazzgesangsstudent freue ich mich besonders über lange nicht mehr gehört Klassiker. Später swinge ich mich Chet Baker und Billie Holiday singend nach Hause. Bereit für den großen Auftritt morgen.

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