Bad Hangover Swim

Hangover Swim

10:15 „Bernhard, you’ve got 30 minutes until we have to leave!“

Tryggvi!?! Oh nein, was hab ich gestern bloß zugesagt? Kollektives Schwimmen in einem nahegelegenem Freibad inklusive Hot Spring. Das Melodica-Chillout-Programm. Um 11 Uhr vormittags!  Ich murmel irgendwas von „I only need 10 minutes to get ready“ dreh mich auf die andere Seite und döse weiter vor mich hin.

Tryygvi und Niels machen Frühstück, und der Geruch von frisch gemachten Kaffee bringt mich schlußendlich auf die Beine. Schnell gegessen, fertig gemacht und dann laufen wir bei strömenden Regen los. Meine Adidas-Sneakers können dem Wasser nicht mehr standhalten, meine Socken werden nass und ich laufe fluchend den beiden hinterher. Was für eine blöde Idee – schwimmen bei strömenden Regen und 10 Grad Außentemperatur!

Bernhard-Eder-Bad-Hangover-Swim

Als wir beim Schwimmbad ankommen ist niemand zu sehen… toll! War ja so was von klar. Mein Gastgeber telefoniert etwas rum und erklärt dann, dass die anderen sich verspäten. Ach ja, da wäre also mindestens eine halbe Stunde Schlaf mehr drinnen gewesen. Später trudeln dann alle ein, Svavar kauft Tickets für die ganze Truppe, auf in die Umkleidekabinen. In diesen weisen Schilder darauf hin, dass man sich vor dem Schwimmen vollständig und nackt abzuduschen hat. In allen Sprachen steht’s genau so geschrieben, bloß in der deutschen Übersetzung steht „mit SEIFE waschen“. Wir fragen uns was denn dies bedeuten könnte, warum man ausgerechnet und nur deutschsprachigen Menschen klar macht, dass man sich MIT Seife zu waschen hat. Wir folgen der Aufforderung, tapsen ins kalte Freie und laufen auf den kalten Betonplatten schnellstens, zielbewusst und schnurstracks zum Heißwasserbecken.

Bad Hangover Swim

Dort brühen wir eine halbe Stunde vor uns hin, bis ich genug von der Hitze habe und im ebenfalls wohltemperierten Schwimmbecken meine Runden drehe.

Schwimmen macht hungrig, außerdem hab ich mittlerweile genug vom Wasser. Nach einer Stärkung in einem netten Imbissladen um die Ecke machen wir uns auf den Heimweg. Mittlerweile hat es aufgehört zu regnen, und wenig später passiert etwas völlig Unerwartetes: zwischen all den Wolken blinzelt die Sonne hervor. Die SONNE! Nach fünf Tagen Regen und Trübness, einer gefühlten Ewigkeit.

Ich entscheide, vorerst mal nicht zu packen und mach mich auf den Weg ins Maritime Museum, wo heute das Melodica-Finale stattfindet. Aufgrund des Wetters beschließt Joshua (alias „Mez Medaillon“) anstatt eines elektronischen Indoorkonzertes ein exklusives akustisches Set im Freien zu spielen. Braucht dafür allerdings musikalische Unterstützung und fragt mich ob ich denn ein wenig behilflich sein kann. Ich sage zögernd zu, erwähne allerdings meine angeschlagene Stimme, den Grund kennt er ja. Lasse mir dann allerdings nichts ankennen und singe mit rauhem Falsett ähnlich einer ins Alter gekommene Souldiva. Stefan Honig steht mir bei und macht einen auf Joe Cocker. Joshua scheint es zu gut zu finden, dreht sich zumindest immer wieder mal um und schmunzelt.

Nach dem Konzert eile ich kurz in die Wohnug zurück, packe im Rekordtempo, eile wiederum zurück ins Museum um ein letztes Mal Dave und Michael zu lauschen.
Auch bei ihnen hat der gestrige Abend Spuren hinterlassen, was allerdings nicht weiter stört, da so ziemlich jeder im Raum mit Hangover zu kämpfen hat.

Cavanagh & Argus at Maritime Museum

Cavanagh & Argus at Maritime Museum

Anschließend beginnt mein Abschiedsszenario. Schweren Herzens drücke ich alle meine liebgewonnenen Freunde, es wird von hoffentlich baldigem Wiedersehn gesprochen und man ladet sich gegenseitig in die jeweilige Heimat ein. Wehmütig verlasse ich den Hafen, hole mein Gepäck aus der Wohnung und steige in das bestellte Taxi. Vom National Airport dann mit dem BSI Flughafenbus nach Keflavik, beim einchecken ob meines Handgepäcks (Gitarre, Laptop, Umhängetasche) wie immer mal wieder etwas aufgeregt… guten Flug! Danke!

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